Android vs. iOS: Vergleich und Analyse mobiler Betriebssysteme

veröffentlicht am 01. August 2017 in Software  .
Bildmontage Android vs. iOS

Foto: Montage TecArt, Foto Android Device: Kate SERBIN, Foto Apple iPhone: Igor Miske

Was ist besser, Android oder Apple iOS?

Betriebssysteme sind für uns Anwender die Basis unseres digitalen Lebens. Sie sind eine Plattform, auf der wir unser digitales Leben stattfinden lassen. Die Relevanz von jahrelang dominierenden Desktop-Betriebssystemen sinkt weiter zusehens, denn mobile Geräte setzen sich in der Gunst der Anwender immer weiter durch: Sie sind einfach praktischer, immer dabei, immer an, schneller und durch Touch-Bedienung auch intuitiver zu bedienen.

Praktisch? Intuitiv? Alles relativ. Im Vergleich der beiden dominierenden mobilen Betriebssysteme Google Android und Apple iOS gibt es auf beiden Seiten Licht und Schatten. Als ich vor einem halben Jahr notgedrungen nach einem neuen digitalen Weggefährten suchte, und mich für diese Suche eben nicht nur nach dem Gerät (der Hardware), sondern auch nach dem zweiten großen Baustein des Gesamtprodukts richten wollte, sah ich mich einer nicht enden wollenden Positiv-Negativ-Liste gegenüber gestellt. Mit jedem Online-Beitrag, den ich in der Hoffnung nach einer für mich passenden, klaren Empfehlung bzw. dem Killer-Argument mehr konsumierte, verlängerte sich auch meine mentale Vergleichsliste der Argumente. Aktuell weist Google zum Keyword „mobile betriebssysteme vergleich“ 1.200.000 Ergebnisse auf (Stand 01.08.2017).

mobile Betriebssysteme Vergleich - Google Suchanfrage

Google Suchanfrage:mobile Betriebssysteme Vergleich (1.200.000 Ergebnisse, Stand 01.08.2017)

Nun möchte ich Ihnen, liebe Leser, dieses Leid ersparen und gebe am Ende dieses Artikels tatsächlich klare Empfehlungen für eines der beiden Systeme für unterschiedliche Geräte- und Nutzertypen.

Was sind die Besonderheiten der Hardware von Android und Apple Handys?

Apple hat eine übersichtliche Produktpalette

Apples Hardware setzt seit jeher Akzente, und vor allem mit der Markteinführung des iPhone 2007 definitiv auch Maßstäbe. iPhones und iPads bestechen durch ihr klares Design, hochwertige Materialien und dementsprechend angenehme Haptik. Sie siedeln sich durchweg im Premiumsegment an, einige Modelle lassen sich auch dem mittleren Preissegment zuordnen. Die technische Ausstattung aktueller Geräte ist stets zeitgemäß, auch wenn Apple neueste Technologien nicht immer als erstes Unternehmen seinen neuen Produkten implementiert (z.B. kam der WLAN-Standard -ac erst recht spät in die iPhones). Zu erwähnen ist auch, dass Apple als einziger, mir bekannter Hersteller noch hochwertige Smartphone-Hardware ohne Riesen-Displays von 5" und mehr anbietet, wobei auch mit dem iPhone SE wohl der letzte 4"-Kandidat in die Hände der Nutzer kam. Hardware-Erweiterungen wie Slots für Speicherkarten oder Dual-SIM sucht man bei Apple vergebens.

Man muss sich vor dem Kauf im Klaren darüber sein, wie viel Speicher es sein muss – ich empfehle mind. 32 GB, besser 64 GB.

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Infografik: Android beherrscht 80% des Markts | Statista

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Für Android gibt es über 1.000 Hersteller am Markt

Bei Android-Smartphones ist das Angebot unüberschaubar groß und zersplittert, denn Google "verschenkt" das Betriebssystem an die Hersteller. Dementsprechend gliedert sich auch das Angebot in unzählige Sparten, Leistungs- und damit auch Preissegmente. Google selbst brachte mit dem Pixel Phone 2016 ein erstes eigenes Smartphone heraus, produziert wird es von HTC. Zuvor wurden die Google-Geräte unter dem Namen "Nexus" in Kooperation mit verschiedenen Herstellern wie HTC, LG und Motorola (inzwischen zu Lenovo gehörend) auf den Markt gebracht. Während die Hardware-Hersteller für Ihre eigenen Produktlinien in der Regel mehr oder weniger stark angepasste Varianten des Google-OS verwenden, bieten vor allem die Pixel und Nexus Geräte ein unverfälschtes Android, ohne sog. Bloatware (vorinstallierte, meist unerwünschte Apps, die sich oft nicht vollständig deinstallieren lassen). Doch auch die Android-Geräte von Blackberry, Nokia oder Motorola bieten ein weitgehend "unverbasteltes" Android.

Doch auf die Hardware möchte ich gar nicht so genau eingehen, wichtiger ist mir an dieser Stelle die Software unter dem Display.

Wie sind die Funktionen und die Bedienbarkeit der Software von Android und IOS?

Eines fällt einem Android-Nutzer direkt bei der Einrichtung eines Apple Smartphones auf: Es gibt keine Widgets, diese kleinen Quick-Views auf die Inhalte einer App, an die man sich so schön gewöhnen kann.

Oh doch, da war doch was: Es gibt diese Widgets auch bei iOS – in eingeschränkter Art, denn sie lassen sich nicht frei in unterschiedlichen Größen auf den Home-Screens platzieren, sondern sind mit einem Wisch nach rechts in vordefinierten Größen ersichtlich.

Ich kann damit leider nichts anfangen, benutze sie daher nicht und öffne lieber gleich die eigentliche App mit dem vollen Informationsgehalt. Die Homescreens sind dadurch mit App-Icons gefüllt und bieten weniger Struktur. Weiterhin fällt während des Einrichtungsprozesses auf, dass die Apps an sich gar keine oder nur noch eingestampfte Menüs besitzen. Viel liegt in den Systemeinstellungen von iOS, u.a. auch die Rechtevergabe für jede App, wie z.B. Zugriff auf Standort, Kamera und Mikrofon – eine Einstellungsoption, die sicherheits- und datenschutzbewusste Nutzer bei Android bis zur Version 6 zumeist vergeblich such(t)en (es gibt aber herstellerbedingte Ausnahmen! So lieferte z.B. Lenovo bei seinem Yoga Tab eine Rechteverwaltung für Android 5 mit).

Seit iOS 10 gibt es, wie bei Android, Statusinformationen zu sehen, wenn man mit einem Wisch von ganz oben nach unten streicht. Aber, woher merkt der Nutzer, wann sich in der „Mitteilungszentrale“ eine evtl. für ihn nützliche Information verbirgt? Jede neue Meldung wird zunächst per einstellbarer Benachrichtigung (Banner oder Hinweis) im oberen Bildschirmbereich eingeblendet. Ist die Meldung verschwunden, gibt es keinen Hinweis mehr auf Infos in der Mitteilungszentrale. Es fehlt eine Anzeige in der Statusleiste. Mit einem Wisch von ganz unten nach oben öffnet man in iOS das Quick-Menu bzw. die Schnelleinstellungen, die aber im Vergleich zu Android recht mager ausfallen. Flugmodus, WLAN, Bluetooth, „nicht stören“, Helligkeit und NightShift sowie Schnellzugriff auf Rechner, Taschenlampe, Timer und Kamera bieten das Nötigste an schnell zu erreichenden Einstellungen (OK, Apples eigene Funkübertragungsprotokolle AirPlay und AirDrop auch noch). Mit iOS 11 soll dieser Bereich verbessert/erweitert werden.

Android-Nutzer kennen da, je nach Hersteller und Modell, mehr:

  1. Lässt sich das Quick-Menü nach eigenen Wünschen bestücken,
  2. lassen sich direkt daraus mitunter auch Funkverbindungen für WLAN und vor allem auch Bluetooth auswählen und
  3. lassen sich neben dem Standortdienst auch LTE und mobile Daten deaktivieren und der Stromsparmodus einstellen – neben weiteren Settings.

Allerdings gefällt mir das übersichtliche systemseitige Mediaplayer-Widget in iOS sehr gut, das bietet Android so nicht.

Um die Telefon-Lautstärke bis hin zur Stummschaltung und Vibrationsalarm einzustellen genügt bei Android die Bedienung der seitlichen Hardware-Tasten, bei iOS klappt das nur beschränkt – es ist unverständlich, wieso man dafür umständlich in den Systemeinstellungen herumtippen muss.

Apropos umständlich:
Wie man darauf kommt, zentrale Schaltflächen, wie den "Zurück"-Button in vielen Ansichten an die für einen Rechtshänder am schwierigsten zu erreichende Stelle zu packen (oben links) bleibt mir ein Rätsel. Selbst wenn ab einer Displaygröße von 4,7" die "Double-Tap"-Funktion auf dem Home-Button zur Verfügung steht (nicht für das iPhone 4/5/SE!), um damit die Schaltfläche in erreichbare Gegenden zu bringen, ist das eigentlich ein Usability-GAU. Ein Smartphone ist eben kein Desktop. Android ist da komfortabler.

Deutlich besser gelöst ist bei iOS hingegen die Systemintegration und der Datentransfer zwischen den Apps. Z.B. hatte ich beim Android 5.1.1 eines Sony Xperia Smartphones das merkwürdige Problem, dass manche Kontaktbilder und -daten nicht in der Kontaktanzeige der Telefon-App auftauchten. Das hatte ich beim iPhone nie, auch sonst wirkt das ganze System auch zwischen den Apps viel mehr wie aus einem Guss – nicht zuletzt wegen der recht strengen Design-Vorgaben für App-Entwickler.

Will man seine Dateien in Verzeichnisse und Ordner sortieren, nimmt einem Apple diese Arbeit ab, gewollt oder nicht. Denn ein Zugriff auf das Filesystem ist erst für iOS Version 11 vorgesehen. Ich bin sehr gespannt, wie Apple dieses Feature umsetzen wird; ich befürchte fast schon einen merkwürdigen Kompromiss – wie bei den vorangegangenen Ausführungen zu Widgets, Quick-Menu, Statusinformationen, Lautstärke-Regelung etc. Heruntergeladene Dateien kann man in mittels passender Apps importieren (z.B. die systemseitig mitgelieferten Apple Office-Apps), in der iCloud ablegen oder als PDF in iBooks speichern (Office-Formate werden vom System konvertiert).

Android-Nutzer haben dagegen Zugriff auf das komplette Dateisystem inklusive Systemordner. Ob es nun so weit gehen muss, wage ich für Otto-Normal-User zu bezweifeln, klüger wäre es sicher, wenn die Anzeige von Systemdateien mit einem Warnhinweis erst aktiviert werden würde, damit man nicht aus Versehen etwas kaputtexperimentiert. Die Anzeige von zu viel bzw. unbrauchbarer Information ist im Übrigen auch ein Usability-Fehler. Heruntergeladene Dateien erscheinen, wie vom Desktop gewohnt, im Download-Verzeichnis und lassen sich von dort aus mit auswählbaren Anwendungen öffnen, wobei sich auch Standard-Apps für bestimmte Dateitypen bestimmen lassen. So kann z.B. der Firefox-Browser zum Öffnen von Links aus E-Mails festgelegt werden, wenn man etwas mehr Privacy beim surfen möchte.

Was das Info-Management betrifft, habe ich mich bei Android immer etwas gestresst gefühlt, weil ständig irgendeine App eine Benachrichtigung loswerden wollte und der PlayStore penibel über ausstehende und erledigte Updates informierte. Allerdings lassen sich diese Benachrichtigungen auch für jede App einzeln ausschalten. Blinkende Werbung in kostenlosen Apps tat ihr Übriges, teilweise sogar als verhasstes Pop-up oder Full-Screen-Anzeigen - das hat sich zum Glück auch etwas gebessert und meist hat man ja auch als Nutzer die Option gegen einige Euros die Werbung loszuwerden. Das iPhone kam da deutlich dezenter daher, stellenweise auch etwas zu gut gemeint, denn Benachrichtigungshinweise in Form eines entsprechenden Symbols in der Statuszeile gibt es nicht und so muss der Nutzer proaktiv in das Pull-Down-Menu schauen, wenn er die einmalige Einblendung der Benachrichtigung nicht mehr auf dem Schirm hat. Zum Glück gibt es wie bei Android sog. „App-Zähler“, die über die Anzahl neuer Informationen (z.B. ungelesener Nachrichten) hinweisen.

Kommen wir zu einem weiteren Punkt, den ich sehr interessant fand, als ich beide Systeme im Vergleich betrachtet habe: den Tastaturen und deren Wortvorschläge bzw. Wörterbuchfunktion. Hier brachte Google einfach deutlich(!) brauchbarere, kontextbezogene Ergebnisse und ermöglichte dadurch eine schnellere Texteingabe. Außerdem können Nutzer eigene Wortkreationen direkt ins eigene Wörterbuch aufnehmen. Diese Funktion gibt es bei Apple zwar auch, ist aber über die Allgemeinen Einstellungen > Tastatur > Textersetzung nur indirekt und - wieder einmal - umständlich zu erreichen. Die besseren Ergebnisse bei Android erkläre ich mir vor allem durch Google‘s größten Vorteil: des unglaublichen Datenbestands durch die Indizierung des kompletten Internets. In Verbindung mit einem „liberaleren Umgang“ mit Nutzerdaten ergibt das ein bestechend gutes, kontextbezogenes Vorhersageverhalten der Anwendungen, nicht zuletzt auch des Assistenten Google Now bzw. des Google Assistant. Bei diesen Features liefern sich die Hersteller einen harten Wettkampf um die beste künstliche Intelligenz (KI). Diese kann aber nur so gut funktionieren, wie sie auch trainiert werden kann, und da helfen nur Daten, Daten und nochmals Daten. Allgemeine Daten, wie sie im Web verfügbar sind, aber eben vor allem auch persönliche Daten und Nutzungsdaten. Meine Einschätzung ist, dass Google hier, bedingt durch das „Google-Weltwissen“ und Apple‘s Selbstverpflichtung zum Schutz der Nutzerdaten, viel mehr Möglichkeiten und Spielraum hat und dadurch natürlich auch weitaus „bessere“ Assistenten anbieten kann.

Mir persönlich ist das alles aber zu gruselig und ich deaktiviere diese Assistenten, wo ich nur kann.

Wie gut ist der Datenschutz & Sicherheit bei iOS und Android?

Und damit kommen wir unweigerlich zum Datenschutz. Apple liegt (angeblich) der Schutz der Nutzerdaten besonders am Herzen und wirbt auch damit. Security by Design bringt Apple mit der standardmäßigen Hardware-Verschlüsselung, diese muss bei Android erst durch den Anwender angestoßen werden. Ich persönlich finde, dass bei iOS weniger personalisierte Werbung und generell auch weniger prominent platzierte und qualitativ hochwertigere Werbung in kostenlosen Apps ausgespielt wird, was ich äußerst angenehm finde. Zudem mindert das die Gefahr, aus Versehen auf plötzlich aufpoppenden Werbe-Spam zu tippen. Auch hier kommen wieder die restriktiven Apple-Guidelines für App-Entwickler zum Tragen. Bei iOS kann der Nutzer auch seine Werbe-ID selbstständig zurücksetzen.

Punkte für Apple. Jedoch: Bedingt durch die starke Abschottung des Systems gegen den Nutzer und auch gegen fremde Hände, fehlen nützliche Funktionen in den Apps und für das System. So kann ein Android-User die „Orbot“-App des Tor-Projekts als Proxy für alle Anwendungen einrichten, sodass jeder Datenfluss kaum noch zurückverfolgt und damit auch nicht zur Profilbildung genutzt werden kann. Weiterhin bietet z.B. der Firefox-Browser System-Settings direkt in der Konfigurationsdatei unter der Adresse about:config, wo der Nutzer echte Datenschutzeinstellungen für das Websurfing vornehmen kann (Anzeige der möglichen Einstellungsoptionen unter dem Stichwort „privacy“ oder „private“). Das ist unter iOS verboten, denn Apple verlangt die Verwendung des eigenen WebKit für Browser. Dafür gibt es im Apple AppStore die AdBlock Plus App zum Download, die allerdings auch nur Werbung im Safari-Browser behandelt; bei Android bietet sich die App wie die Orbot-App als allgemeiner Proxy für alle Apps an. Google hat diese App aber nicht in den PlayStore gelassen (Warum nur?), man muss sie direkt vom Anbieter installieren und zuvor die entsprechenden Systemeinstellungen setzen (Apps aus „unsicheren“ Quellen zulassen).

Apple bot schon seit langem Möglichkeiten an, Systemrechte für Apps zu beschränken. Mit Version 6 des Google-Betriebssystems kehrt diese Option wieder in Android ein, nachdem diese bereits in der Version 4.3 vorhanden war, jedoch mit der darauffolgenden Version 4.4.2 wieder verschwand.

Nutzer-Accounts werden bei beiden Plattformen unterschiedlich behandelt. Bei Android benötigt man zwingend einen Google-Account, mit dem User auch andere Google-Dienste nutzen sollen. Ja, genau: damit Google mehr Daten bekommt. Dass Google E-Mails in Gmail inhaltlich scannt, um Anhaltspunkte für nutzerzentrierte Werbung zu finden, ist weithin bekannt. Keiner weiß, was Google noch damit macht – indiziert ist indiziert und gespeichert ist gespeichert. Dies soll allerdings künftig unterlassen werden. Die Einrichtung eines Apple-Gerätes funktioniert grundlegend sogar ganz ohne Account („Apple-ID“), doch dann ist das Gerät nur mit Basisfunktionen nutzbar, vor allem kann dann der AppStore nicht genutzt werden, aber auch iCloud et cetera bleiben außen vor. Also lieber doch mit Apple-ID; für die Accounteinrichtung kann aber ein bestehender E-Mail Account beim Anbieter des Vertrauens genutzt werden (z.B. Posteo). Für mich stellt dies ein eindeutiges Indiz dafür dar, dass es Apple mit dem Datenschutz ernster meint als Google. Was die Accountsicherheit angeht, traue ich persönlich Google jedoch mehr zu, denn Apple ist in der Vergangenheit mehrfach in die Schlagzeilen gekommen, als sich Hacker Zugang zu Apple-ID’s verschaffen konnten, wobei sich hier als besonders anfälliges Einfallstor die Funktion „iPhone suchen“ herausgestellt hat.

Mein Tipp für iOS-Nutzer: „Heise Online“ bzw. „Mac & i“ Newsletter bestellen und aufmerksam die Meldungen verfolgen. Sobald die Rede von möglichem Accountdiebstahl ist, deaktiviert ihr umgehend die Funktion in den iOS-Einstellungen bis wieder Entwarnung gegeben wird. Gute, für diesen Account einzigartige, Passwörter und die 2-Faktor-Athentifizierung sind bei beiden Anbietern sowieso Pflicht, genauso bei Amazon und wo es sonst noch möglich ist.

Doch auch Google kommt in dieser Kategorie nicht ohne Schaden davon. Zwar ist mir kein Diebstahl von Google-Accounts bekannt, aber das Google Pixel Phone wurde bereits kurz nach der Markteinführung zwei Mal geknackt. Die Hacker konnten über Systemlücken Schadcode ausführen. Zudem werden viele Android-Geräte nach kurzer Zeit schon nicht mehr mit Security-Updates versorgt, das verstärkt das Problem deutlich.

Mein Tipp für Android-Nutzer: Die meisten Android-Geräte lassen sich auch ohne die datenhungrigen Google-Dienste betreiben! Eine Anleitung dazu findet Ihr bei heise.de. Zudem können versierte Nutzer auch alternative Android-Distributionen ("CustomROM") auf das Gerät aufspielen, z.B. LineageOS (ehemals CyanogenMod).

Wer ein Privacy-Grundsetup bei seiner IT - egal ob privat oder geschäftlich - vornehmen möchte, findet ebenfalls bei Heise Online eine gute Anleitung dazu.

Wie unterscheiden sich die AppStores von Google und Apple?

Infografik: iOS versus Android | Statista

Infografik: iOS versus Android | Statista

Infografik: App Store: mehr Umsatz, weniger Downloads | Statista

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Infografik: Die Top 10 iPhone-Apps in Deutschland | Statista

Infografik: Die Top 10 iPhone-Apps in Deutschland | Statista

Infografik: Die Top 10 Android-Apps in Deutschland | Statista

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Infografik: Apps in Echtzeit | Statista

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Dieses Kapitel entscheidet erneut Google für sich, denn in Sachen Übersichtlichkeit und App-Angebot liegt der PlayStore ungeschlagen vorn. Auch hier stört mich Apple‘s Hang zum Minimalismus. Eine Übersicht installierter Apps fehlt mir sehr, zudem kann ich mit der Darstellungsform des App-Angebots und der Kategorisierung auch nach sechs Monaten nichts anfangen. Bei Android haben Nutzer zudem die Möglichkeit, selbst darüber zu entscheiden, ob sie automatische Updates für Apps zulassen wollen oder nicht. Bei Apple gibt es diese Freiheit nicht. Zudem spiegelt sich auch hier das ambivalente Bild von Datenschutz und Transparenz wieder: Wenn man über den PlayStore eine App installiert, bekommt man eine Liste der Systemrechte, die die App einfordert. In iOS sieht man die App-Berechtigungen nach der Installation in den Einstellungen. Vor bzw. während der Installation über den AppStore bekommt man diese Info nicht so schön aufgetischt und muss dazu den Link zu den Datenschutzrichtlinien der App-Anbieter öffnen, die aber teilweise auch auf Englisch vorliegen und sich auch nicht unbedingt auf die konkreten Systemrechte, wie Mikrofon, Kamera, Kontakte, Dateien etc. beziehen. Immerhin hat Apple angekündigt, den AppStore mit iOS 11 zu überarbeiten. Ich bin gespannt, ob sich da etwas tut.

Fazit und Empfehlung zum Vergleich von Android und iOS

Licht und Schatten bei beiden Systemen. Letztendlich habe ich mich für iOS entschieden und eine schwere Umstellung in der Usability durchgemacht, den ich mir so nicht erträumt hätte. Galt doch Apple stets als Musterbeispiel für Design und, wie ich dachte, auch für Usability. Stattdessen enttäuschte mich das OS mit lästigen Workarounds, Umwegen in der Bedienung und halbgaren „Lösungen“ für hausgemachte Probleme. Andererseits habe ich zuvor noch keine so hochwertige Hardware in meinen Händen gehalten, Haptik, Qualität der Telefonie-Akustik, Funkmodule – alles ohne Fehl und Tadel.

Schmerzlich musste ich feststellen, dass mein neues iPhone völlig inkompatibel zu meinem Linux-PC ist. Handy-Fotos muss ich seither aus der iCloud auf den Rechner bzw. die externe Festplatte herunterladen. Was brachte mich nun verdammt nochmal zu Apple? Das Apfel-Logo als Statussymbol? Nein, die Sicherheit durch regelmäßige und zuverlässige Systempflege und ein wesentlich besseres Gefühl beim Datenschutz und der Gerätesicherheit an sich. Außerdem sind mir 5“+ Smartphones für die Hosentasche einfach zu groß, und so ließ mir Android keine Wahl.

Ich musste zu iOS wechseln, denn mir ist Security-by-Design wichtiger als etwas mehr Komfort bei der Bedienung – zumal auch Android nicht völlig frei von Usability-Schwächen ist.

Letztendlich ist es natürlich eine Frage der eigenen Prioritäten, welche Plattform besser geeignet ist. Hier meine Empfehlungen:

  • Für das eigene Smartphone mit echtem Benutzerkonto und entsprechenden persönlichen Daten (Kontakte, Nachrichten, Kalender usw.) empfehle ich dem weniger IT-affinen Nutzer ein iOS-Gerät; demjenigen, der gern an Computern bastelt, empfehle ich hingegen ein Android-Phone ohne Google-Dienste und ggf. auch mit einem CustomROM.
  • Für gemeinsachftlich genutzte Tablets sind Android-Geräte allein deshalb alternativlos, weil es in iOS keine Option gibt mehrere Benutzerkonten einzurichten.

Guten Gewissens empfehlen kann ich für den Normal-Nutzer ohne spezielle IT-Ambitionen aus Sicherheitsgründen nur iOS oder Android auf Google-Geräten (Nexus oder Pixel), da diese regelmäßige Sicherheits-Updates erhalten. Bei der Dauer der Systempflege hat Apple mit dem iPhone 4s mächtig vorgelegt: Fast 5 Jahre wurden für das Gerät regelmäßig Updates zur Verfügung gestellt, auch wenn das immer wieder zu Lasten der Performance ging. Dennoch ist es meines Wissens das Smartphone mit dem längsten „Produktlebenszyklus“. Das Ende 2016 erschienene Google Pixel soll bis Oktober 2018 keine Updates mehr erhalten, ein Jahr später wird es auch keine Security-Updates mehr geben. Damit steht der Benchmark des iPhone 4s von fast 5 Jahren ein enttäuschender Wert von 2 bzw. 3 Jahren entgegen.

Tipps für Kunden von TecArt für unsere mobilen Dienste

Mein Eindruck ist, dass die Nutzung der mobilen Angebote rund um die TecArt CRM & Business Software mit dem iPhone so gut läuft wie nie zuvor. Gerade die äußerst hilfreiche Funktion „TecArt-Push“ zur mobilen Synchronisation gelingt mit dem iPhone so zuverlässig und umfangreich wie ich es zuvor mit dem Sony-Android in Version 5.1.1 nicht kannte. Alle Features (Kontakte, E-Mails, Termine, Aufgaben, Notizen) lassen sich zuverlässig nutzen. Allerdings fehlt mir der Vergleich zu einem reinen und aktuellen Android-System – interessierte Nutzer sollten das unbedingt testen, bevor sie sich endgültig für ein Gerät entscheiden. Wir stellten zudem vor allem bei Samsung-Geräten mehrmals eine enorme Belastung der Server bei den Datenabfragen fest, was in einigen privaten Infrastrukturen bei Kunden mitunter auch Performanceprobleme verursachen kann.

Bei der Verwendung der TecArt Web-App gab es bei beiden Systemen nie Grund zur Klage. Leider können wir unsere Anrufe-App nur für Android zur Verfügung stellen, weil Apple den Schnittstellenzugriff auf die Anrufe nur den zahlungskräftigen „Enterprise-Kunden“ gestattet. Die native TecArt Mobile App steht wiederum für beide Systeme zur Verfügung.


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Kommentare

  •  Joachim H. Hartung 27.08.2017 11:45

    Ein sehr ausufernder Artikel.Ich liebe Statista, und nutzte es auch. Statische Bilder machen so einen langen Artikel einfach ruhiger. Mein Fazit nach Ihrem Artikel: Ich bleibe dem Android-System treu, weil der Google-Entwickler-Motor viel schneller dreht und es mir sowohl im B2C und B2B mehr Verknüpfungspunkte crossmedialer Art bietet als IOS.

  •  Oliver Bärwolff 30.08.2017 01:15

    Hallo Herr Hartung! Ausufernd, ja, treffend formuliert. In der Tat habe ich mich schwergetan damit, diesen Artikel auf "normaler Blog-Länge" zu halten. Es war mir einfach wichtig, nichts weg zu lassen, was in den dargestellten Zusammenhängen m.E. relevant ist. Vielleicht hätte ich ihn auch in zwei Teile aufsplitten sollen... maybe next time. Ich hoffe, dass sich der Artikel trotz seiner Länge gut lesen ließ. Ihre Begründung für Android finde ich interessant. Was meinen Sie genau mit "Verknüpfungspunkte crossmedialer Art"?

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Autoreninfo

Oliver Baerwolff

Ich bin ein technikinteressierter Quereinsteiger in die IT-Branche. Deshalb kenne ich die Herausforderungen, die Außenstehende mit dem Thema haben. Mein Ziel ist es, die Potenziale die Unternehmen durch Business Software haben, verständlich und interessant zu gestalten, damit diese auch genutzt werden. Nicht zuletzt durch mein Studium der Kommunikationswissenschaften und Unternehmenskommunikation betrachte ich IT als ein wichtiges Medium zur Erreichung von strategischen und operativen Unternehmenszielen. Als CRM-Experte bin ich Mitglied des internen Strategie-Teams und des Produktmanagements.

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