Digitalisierung erzwingt Bildung 4.0

veröffentlicht am 25. Mai 2017 in Digitalisierung  .
Bildung 4.0 - 2 Bunte Hefte

Foto: Miesha Moriniere, PEXELS, Kollage von TecArtIndustrie 4.0 und Arbeit 4.0 sind in aller Munde. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, wird ein entsprechendes Konzept für die Bildung 4.0 benötigt. Wir befinden uns in Deutschland im Rahmen der bereits begonnenen Digitalisierung in allen Bereichen der Industrie und Wirtschaft sowie der Gesellschaft in einer gewaltigen Veränderung. Das spüren Sie sicher jeden Tag beim Griff zum Smartphone?

Um weiter global wettbewerbsfähig zu sein, muss Deutschland deutlich mehr Wert auf die Vermittlung digitaler Kompetenzen legen. Die Digitalisierung der Arbeitswelt wird zunehmend auch die Lernmedien sowie den betrieblichen Lehr- und Lernprozess verändern. Es reicht nicht aus die Auswirkungen der Digitalisierung auf Betriebs- und Produktionsabläufe zu reduzieren. Es muss sich auf die Qualifikationsanforderungen der Beschäftigten konzentriert werden. Eine Wirtschaft 4.0 braucht eine Bildung 4.0. Es muss sich genauso intensiv dem Lehren und Lernen mit digitalen Medien, sowie den sich verändernden technischen und medienpädagogischen Kompetenzen gewidmet werden. Der Anteil und die Bedeutung der digitalen Medien in Bildungs- und Wertschöpfungsprozessen wird weiter zu nehmen. Lernen wird künftig individueller und mobiler - findet auf Lernplattformen, in sozialen Medien oder in virtuellen Klassenräumen statt. Unterricht wie wir ihn kennen, wird völlig zeit- und ortsunabhängig werden. Dazu benötigen Schulen nicht nur die passende technische Ausstattung, sondern ein schlüssiges Bildungskonzept für Lehrer und Hochschullehrer. Die Digitalisierung wird auch die Führung einer Arbeitswelt 4.0 nachhaltig verändern. Führungskräfte müssen durch umfassende Bildungsangebote für die Zukunft wettbewerbsfähig gemacht werden. Die Digitalisierung wird auch das herkömmliche Verständnis der Arbeitszeit verändern. Insbesondere müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretungen eingebunden werden und gemeinsame Lösungen finden. Bei der Digitalisierung bedarf es auch ein Umdenken bei der Ausbildung an Hochschulen und Universitäten. Künftige Fach- und Führungskräfte benötigen für ihre Tätigkeiten in einer immer stärker werdenden digitalen Welt mehr als nur exzellente Fachkenntnisse. Mehr denn je ist eine interdisziplinäre Ausrichtung gefragt. Das alles wird Auswirkungen auf die Struktur und die Formen des Lernens haben. Sowohl Schüler, Auszubildende, Beschäftigte als auch das Ausbildungspersonal müssen für das mediengestützte Lernen und Lehren geschult werden.

Lernen 4.0 bedeutet Wissen teilen nicht horten

Doch was heißt Lernen 4.0 eigentlich? Es bedeutet: individuelles, kollaboratives, informelles und reflexives Lernen. Es steht aber genauso für die Weitergabe des eigenen Wissens, um gemeinsam neues Wissen zu generieren. Der ehemals passiv Lernende wird zum aktiven Gestalter. Das Web 2.0 findet zunehmend auch in der betrieblichen Weiterbildung Anwendung. Dabei lösen die neueren Lernformen die klassische Lernformen nicht ab, sondern stellen eine Erweiterung und Ergänzung zu diesen dar. Integriertes Lernen ist eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von Präsenzveranstaltungen und virtuellem Lernen auf Basis neuer Informations- und Kommunikationsmedien. Dabei wird das klassische Präsenzlernen zunehmend mit E-Learning kombiniert und durch internetbasierte, kollaborative Lernformen ergänzt oder teilweise ersetzt.

Lernende arbeiten gemeinsam im Web 2.0. Dabei werden Ideen ausgetauscht und gemeinsam weiterentwickelt. Das Lernen findet, z.B. zunehmend am Arbeitsplatz, statt. Damit verknüpft sind kleinere Lerneinheiten, die genau dann abgerufen werden, wenn sie benötigt werden. Das Lernen im Digitalen Wandel steht damit vor zwei Herausforderungen:

  • Es muss auf der einen Seite neues Wissen über digitale Technologien und Zusammenhänge vermitteln und
  • auf der anderen Seite bekannte bzw. bestehende Inhalte in einen neuen Kontext stellen.

Der digitale Wandel führt dazu, dass mehr digitale Schlüsselkompetenzen für das Leben, Lernen und Arbeiten in der digitalen Welt entlang des gesamten Bildungsweges und in allen Fächern erworben werden. Zu den digitalen Schlüsselkompetenzen zählen Medienkompetenz, Anwendungs-Know-How und informatische Grundkenntnisse.

  • Medienkompetenz ist eine kritische Urteilsfähigkeit sowie Analyse und Einordnung von vermittelten Inhalten. Es ermöglicht soziale Zusammenhänge zu erkennen und trägt dazu bei die Chancen der digitalisierten Welt noch besser zu nutzen. Gleichzeitig werden Risiken erkannt und deren Auswirkungen minimiert.
  • Anwendungs-Know-How steht für einen selbstständigen und sicheren Umgang mit digitalen Medien und Werkzeugen. Das bedeutet Kenntnisse über technische Gefahren und Risiken, über wirksame Schutzmaßnahmen sowie über Grundlagen der Verschlüsselung zu besitzen.
  • Informatische Grundkenntnisse sind erforderlich für ein basales Verständnis von Algorithmen. Das erleichtert die Bewertung und Schaffung von digitalen Angeboten und Märkten. Allgemein gehören aber auch die Schlüsselkompetenzen Kreativität, gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein, Denken in Zusammenhängen, inter- und transdisziplinarisches , unternehmerisches Denken und Handeln dazu. All diese Fähigkeiten müssen zielgruppenspezifisch, bedarfsgerecht und altersangemessen vermittelt werden.

Digitalisierung erzwingt Bildung 4.0

Bildung 4.0 - 2 Bunte Hefte

Es reicht nicht aus die Auswirkungen der Digitalisierung auf Betriebs- und Produktionsabläufe zu reduzieren. Es muss sich auf die Qualifikationsanforderungen der Beschäftigten konzentriert werden.

Woher kommt und wohin geht Lernen 4.0?

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Digitale Lernmittel schaffen neue Märkte

Durch Web 2.0 ist das Wissen der Menschheit für alle mit wenigen Mausklicks verfügbar. "Jeder zu jederzeit von überall" ist das Motto für die Verfügbarkeit von Wissensinhalte. Lernen ist ein aktiver und individueller Prozess, in dem fachliche Kompetenzen erworben werden. Mit der Digitalisierung ist nicht nur der Zugang zu Wissen und Informationen erleichtert worden, auch die Vielfalt an Lernmitteln hat sich erheblich gesteigert. Digitale Lernmittel haben zudem den Vorteil, auch auf die zunehmend unterschiedlichen Voraussetzungen, Erfahrungen und Interessen der Lernenden einzugehen. Mit digitalen Medien ist das Lernen noch aktiver und individueller. Die Qualität und die Vielfalt der Lernmittel wirken sich auch auf die Qualität vom Unterricht aus. Die Vielfalt freizugänglicher digitaler Medien und Lernangebote bietet allen Schülern auch jenseits der Schule Lernmöglichkeiten. Digitale Lernmittel ermöglichen inhaltlich frei gestaltbare Studienangebote. Daraus ergibt sich ein riesiger neuen Markt für Hochschulen.

Lehren in der digitalen Welt braucht Regeln

Bei zunehmender Vielfalt an digitalen Lernangeboten und -inhalten und der damit verbundenen Kompetenz nimmt der Beruf der Lehrenden für die Wissens- und Kompetenzvermittlung in Zukunft eine Schlüsselrolle ein. Um das Lernen im digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten, sind sie unverzichtbar. Dafür müssen die Veränderungsprozesse mittels Aus- und Fortbildungen gefördert werden. Medienbildung muss integrierter Bestandteil der Aus-, Fort- und Weiterbildung pädagogischer Fachkräfte sein. Neue Wege des Lernens brauchen Weiterentwicklungen im Berufsbild und der Ausbildung von Erziehern, Lehrern sowie Dozenten. Lernen im digitalen Wandel erfordert von ihnen eine kontinuierliche Fortbildung. Durch die Entwicklung didaktischer und technischer Lösungen für das Lehren und Lernen, sowie durch bildungswissenschaftliche Forschung sind Hochschulen zentrale Innovationstreiber. Alle Bildungseinrichtungen können sich im Wandel besser organisieren, ihre Arbeit und ihren Unterricht besser planen und gestalten. Lehrkräfte haben einfachere Möglichkeiten des Austauschs, der Zusammenarbeit und der Abstimmung im Team. Die Nutzung dieser Vorteile erfordert aber eine Weiterentwicklung der Lern- und Schulkultur, mehr Kooperation, Austausch und Beratung zwischen Schülern, Lehrern und Eltern. Innovative Entwicklungen brauchen immer auch Menschen die sich trauen, innovative Ideen umzusetzen. Lehrkräfte müssen ausdrücklich dazu ermutigt werden neue Projekte auszuprobieren. Lernen mit den digitalen Medien führt zu neuen Unterrichtssituationen, die sowohl für Schüler als auch für Lehrer mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung bedeuten. Gemeinsam können die Chancen der Digitalisierung besser genutzt werden. Kollegiale Beratung, eine gute Austauschkultur, enge Lernortkooperation und klare Regeln in der Schule fördern die Schulentwicklung im digitalen Wandel.

Fachkräfteaus- und Weiterbildungen wird "vierte Kulturtechnik"

Digitale Qualifikationen sind zukünftig der zentrale Innovationstreiber. Der Wandel erfasst daher auch die Inhalte und Formen der Aus- und Weiterbildung. Insbesondere das Ausbildungspersonal braucht in seiner neuen Rolle als Lehr- und Lernbegleiter Unterstützung und Weiterbildung, denn diese sind für das Lernen und Handeln in einer digitalisierten Arbeitswelt einer der entscheidenden Zielgruppen. Die bisherigen Angebote müssen dafür mit Blick auf den betrieblichen Qualifikations- und Innovationsbedarf und den technischen Fortschritt überarbeitet, angepasst und weiterentwickelt werden. Es ist wichtig qualitätsgeprüfte Weiterbildungskonzepte für das Ausbildungspersonal zu entwickeln, mit denen das längst noch nicht ausgeschöpfte Potenzial digitaler Medien zielgerichtet aktiviert wird. Zum Beispiel die Vermittlung von Fachwissen mittels Wikis, Blogs, Apps oder Erklärvideos.

Neben dem formalen Fachwissen wird Medienkompetenz zur „vierten Kulturtechnik“ und zu einer Schlüsselqualifikation des 21. Jahrhunderts. Zentrale Bedeutung hat es, dass gerade junge Menschen die mit der rasant fortschreitenden Digitalisierung verbundenen Herausforderungen bestmöglich auf Grundlage einer fundierten, beruflich qualifizierenden Ausbildung bewältigen und sich fortlaufend notwendige Kompetenzen aneignen können. Bei Weiterbildung 4.0 ist es am Wichtigsten selbstorganisiert, eigenverantwortlich sowie ortsflexibel und unterstützt von vielfältigen Medien zu lernen. Der technologische Wandel ist in 66% der Unternehmen bereits angekommen. Die Auswirkungen auf das Arbeiten müssen von den Mitarbeitern der Unternehmen getragen und bewältigt werden. Laut Ergebnissen einer Studie sind die besten E-Medien für die Weiterbildung Lernvideos und virtuelle Seminare bzw. Webinare. Vorteil dieser Medien: Mit Videos lassen sich Prozesse und Anleitungen visuell darstellen. Virtuelle Seminare mit Chatfunktion wiederum bieten die Möglichkeit Teilnehmer an unterschiedlichen Standorten gleichzeitig und interaktiv zu unterrichten. Zudem können diese auch später noch zeit- und ortsunabhängig auf das Seminar zugreifen. Die Hälfte der Befragten räumen Virtual Reality und Augmented Reality eine wichtige bis äußerst wichtige Rollen in der Weiterbildung 4.0 ein. Die zunehmende Digitalisierung beinhaltet Herausforderungen und bietet gleichzeitig Chancen. Vor diesem Hintergrund gilt es, durch das Lernen im digitalen Wandel die Voraussetzungen dafür zu schaffen, weiterhin Innovationskräfte freizusetzen, Fortschrittsfelder zu erschließen und damit ein gutes Leben und Arbeiten zu sichern und auszubauen.


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Cornelia Herre

Hier bei TecArt bin ich für das Innovationsmanagement verantwortlich. Als gelernte Fachinformatikerin und studierte Lehr-, Lern- und Trainingspsychologin vereine ich 2 Wissenwelten, die mir meine tägliche Arbeit stark erleichtern. Für interne und externe Forschungsvorhaben finde ich schnelle geeignete Szenarien in den Bereichen Cloud-Computing, Industrie 4.0 und Mixed-Reality.

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