Wie wichtig sind Innovationen im Mittelstand?

veröffentlicht am 20. April 2016 in Digitalisierung  .
Foto mit abgestürztem FLugzeug

Foto: Asa RogerDas Innovationen Unternehmen Wettbewerbsvorteile verschaffen, ist nicht erst seit Aufkommen der Start-up -Szene neu. In Zeiten gesättigter Märkte und kurzer Produktlebenszyklen gehören Innovationen neben der Kundenbindung zu den Hauptwettbewerbsvorteilen. Im letzten Jahrzehnt glänzten vor allem der Mittelstand und KMU der Ingenieursbrachen, wie Automotive und Maschinenbau, im weltweiten Vergleich. Doch im Zuge von Digitalisierung und Industrie 4.0 ziehen dunkle Wolken am Innovationshimmel Deutschland auf.

Informieren Sie sich über die 6 konkreten Punkte Innovationen in Ihrem Unternehmen zu fördern.

Im produzierenden Gewerbe wird vorwiegend auf Produkt- und Prozessinnovationen gesetzt. Diese sind besonders für KMU und den Mittelstand mit einem geringeren Risiko der Marktdurchdringung und Realisierung verbunden. Die Kosten für Forschung und Entwicklung sowie Marketing sind durch langjährige Erfahrung kalkulierbar. Im Gegensatz dazu macht sich die Start-up-Szene daran, den Fokus auf Geschäftsmodellinnovationen zu setzen. Diese sind mit einem größeren Risiko der Realisierung sowie Diffusion am Markt verbunden. Allerdings ist die Geschäftsmodelleinnovation gegenüber Mitbewerbern wirtschaftlich sinnvoller und besser zu verteidigen. Großunternehmen haben dies erkannt und beginnen sukzessive Start-ups mit Geschäftsmodellinnovationen zu kaufen bzw. zu fördern. In sogenannten Accelerator- oder Inkubator-Programmen werden Start-ups mit Millionen Beträgen gefördert. Selbst Branchenprimuse wie Klöckner gewinnen die Erkenntnis, dass lieber Sie selbst ihr eigenes Geschäftsmodell zerstören, als ein neuer oder bestehender Konkurrent. Großunternehmen können durch ihre hohe Kapitaldecke diese disruptiven Veränderungen ausgleichen und ihr Geschäftsmodell anpassen. Dazu ist jedoch nicht jeder KMU oder Mittelstandsbetrieb in der Lage. Dabei machen diese ca. 56% der Wirtschaftskraft in Deutschland aus. Hinzu kommt, dass genau dieser Teil der Wirtschaft immer weniger in Innovationen investiert. So macht man sich mit Recht Sorgen, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb seine führende Stellung verliert. Doch wie lässt sich diesem Trend leicht entgegenwirken?

Es gibt 6 mögliche Faktoren, Innovationen in Unternehmen zu fördern:

1. Ausreichend und breit aufgestellte Fachkräfte

Im Mittelstand gibt es zunehmend Probleme, Fachkräfte zu finden. Laut einer Umfrage von Ernest & Young sehen 32% das Problem als „eher groß“ und sogar 16% als „sehr groß“ an. Dabei ist Personal mit großem Fachwissen und interdisziplinärem Denken eine wichtige Voraussetzung für innovatives Arbeiten. Die Grundursache des Ausbleibens von Fachkräften ist nicht unbedingt ein Mangel an Fachkräften. Vielmehr sind Sie eine Folge der Geschäftsausrichtung und des Standortes. So sind viele der erfolgreichen mittelständischen Unternehmen sogenannte „Hidden Champions“. D.h. sie agieren in einer absoluten Nische, deren Volumen nicht ausreicht, um stärker zu wachsen. Damit sind Grenzen im Umsatz gesetzt, was sich auf den Standort auswirkt. Ihr Firmensitz ist meist in ländlichen Regionen zu finden, weil dort die Standortkosten geringer sind als in Ballungszentren und Metropolen. Viele Firmen im Mittelstand sind auch Familienbetriebe und regional verwurzelt. Allerdings führen fehlende Größe, Nischengeschäft und ländliche Region zu Anonymität. Damit sind Hidden Champions für aufstrebende junge Karrieremenschen unattraktiv. In Zeiten, wo Generation Y und Z Geld nicht mehr als einzig strebende Kraft für die Jobwahl ansieht, müssen sich die Hidden Champions besser vermarkten. Dabei können Kanäle wie Social Media, ein emotionaler Webauftritt oder direkte Kooperationen mit Universitäten helfen, direkt an künftige Fachkräfte heranzutreten.

2. Falsche Organisationsform

In vielen Fällen bedingt die richtige Organisation des Unternehmens Innovationen. Große Unternehmen haben eigene Abteilungen und spezielles Personal, um sich mit dem Thema Innovation zu befassen. Daraus ergeben sich klare Abläufe und ein professionelles Handling im Umgang mit Innovationen. Vielfach haben Unternehmen im Mittelstand aber gar nicht die personellen und finanziellen Ressourcen für eine Forschungs- und Entwicklungs- oder gar Innovationsabteilung. Fachkräfte, die sich um Forschung und Entwicklung kümmern, sind nicht in die aktuelle Produktion eingebunden, wo sie aber dringend gebraucht werden.

Grafik Innovationsmanagement-Prozess

Innovationen und ein professioneller Umgang sind jedoch nicht an Abteilungen gebunden. In einer Bestandsaufnahme fand VEND Consulting heraus, dass besonders bei KMU das professionelle, managementorientierte Verständnis von Innovationen fehlt. Der Vorteil von einem definierten Innovationsprozess ist die Entkopplung von Innovation als Zufallsprodukt. Ein professioneller Innovationsprozess reduziert das Realisierungsrisiko. Doch besonders die Bewertung von Innovationen kommt bei KMU zu kurz. Hierfür gibt es zwei hilfreiche Tools. Einmal werden die Ideen nach Schmerzpunkt des Bedürfnisses und Häufigkeit des Auftretens bei der Zielgruppe eingeteilt. Je nach Ergebnis wird anschließend die Idee soweit optimiert, dass sie einen großen Schmerzpunkt bedient und häufig gefragt ist. Anschließend wird die Idee mit dem zweiten Tool bewertet. Ziel ist es, eine Idee zu entwickeln, die sich leicht umsetzen lässt und schwer nachzuahmen ist.
Innovationsmanagement Bewertung der Attraktivität des Problems

Innovationsmanagement Bewertung der Attraktivität der Lösung

Zur Stärkung des Innovationsmanagements von Unternehmen gibt es kompetente Partner, die in jeder Phase zur Optimierung der Wertschöpfung beitragen können. Die TransMIT GmbH z.B. unterstützt KMU und mittlere Unternehmen. Der Vorteil des Dienstleisters ist die starke Vernetzung, sowie die zahlreichen Angebote zur Durchsetzung von Innovationen. Hinzu kommt die Erfahrungen im Umgang mit Förderprogrammen wie WIPANO.

3. Innovationen müssen sich am Markt durchsetzen

Damit eine Idee zur Innovation wird, reicht es nicht aus, sie zu entwickeln und am Markt zu platzieren. Erst wenn sich die entwickelte Idee am Markt durchgesetzt hat, ist es eine Innovation. Dafür müssen die neuen Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle möglichst bekannt sein und stark genutzt werden. In vielen Fällen reicht eine marktorientierte Entwicklung von Ideen nicht aus. Besonders bei technologischen Innovationen ist eine anwenderorientierte Forschung (Grundlagenforschung) vorab notwendig. Nur so kann ein Technologietransfer von reiner Forschung hin zu Produkten und Dienstleistungen am Markt gewährleistet werden. Vielfach müssen Normen und Standards erfüllt werden, damit Innovationen breit genutzt werden können. Vor allem bei neuen Technologien wie M2M fehlt es noch an internationalen Standards, um Innnovationen in diesem Bereich weiter voranzutreiben. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der Schutz der Technologie. „Zum Technologietransfer gehört auch ein wirksamer Schutz von Ideen.“ Und genau an dieser Stelle setzt das Förderprogramm „WIPANO – Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen“ vom BMWi an. Damit sollen KMU und mittelständische Unternehmen beim Schutz ihres geistigen Eigentums unterstützt und gefördert werden. Im Fokus stehen innovative Normungsprojekte, die den Weg der neuen Produkte und Dienstleistungen zum Kunden ebnen. Eine genaue Übersicht der Förderungsmöglichkeiten erhalten Sie auf der offiziellen Seite vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ➜ BMWi Förderungsmöglichkeiten im Rahmen von WIPANO

4. Schreckgespenst Digitalisierung

Grafische Darstellung der Entwicklung der Arbeitsplätze in Deutschland

Grafik: TecArt Trend-Atlas 2016 Besonders die Berichterstattung zu den Themen digitale Transformation und Industrie 4.0 schafft stellenweise Unsicherheit. Im Manager Magazin wird von „Industrie 4.0 – der große Selbstbetrug“ gesprochen. „Die Angst des Mittelstands vor der Digitalisierung“ titelt das Handelsblatt. Die Welt ist der Meinung: „Deutschland ist bei der Industrie 4.0 auf dem Holzweg“. Eine Studie der INGDiba zusammen mit Frey und Osborne und der Agentur für Arbeit geht von 18.3 Millionen gefährdeten Arbeitsplätzen durch Industrie 4.0 aus. Doch Entscheider benötigen vielmehr eine aufklärende Berichterstattung, um zukunftsfähige Datenschutzkonzepte und mögliche Folgen der Automatisierung auf Geschäftsfelder und Arbeitnehmer beurteilen zu können. Dies zeigt deraktuelle eco-Report "Mobile Trends 2015" und identifiziert die „größten Hürden“:

  • 18% Datensicherheit und Datenschutz
  • 9% Hoher Grad an Komplexität
  • 61% Diebstahl von Ideen und Daten
  • 43% Überholte Datenschutzkonzepte

5. Konkrete Partnerschaften und Kooperationen

Ein wichtiger Erfolgsfaktor im Umgang mit Innovationsmanagement sind strategische Partnerschaften oder Kooperationen. So lassen sich Entwicklungskosten besser verteilen oder der Fachkräftemangel wird beispielsweise durch eine Kooperation mit einer Forschungseinrichtung oder Universität kompensiert. Ebenso lassen sich Kapazitätsschwankungen oder Produktionsprozesse optimieren, indem Lieferanten und Kunden in die Wertschöpfungskette mit einbezogen werden. Um die Investitionen für Forschungsprojekte in einer stabilen Kosten-Nutzen-Relation zu halten, sind branchenübergreifende Kooperationen eine sehr gute Möglichkeit. Schon 2012 belegte eine Studie der DLR, dass Kooperationen den Innovationserfolg steigern. Ein ebenso wichtiger Aspekt ist der Wissenstransfer. Gerade der Mittelstand profitiert bei seinen Innovationsaktivitäten vom Wissenstransfer der Unternehmen. In Thüringen z.B. haben sich zu diesem Zweck verschiedene Anbieter der IT-Branche zum „ITnet Thüringen“ zusammengeschlossen. Als langjähriger Vertreter der Thüringer IT-Branche bringt TecArt mit seinen zahlreichen Kooperationen im Forschungsbereich – unter anderem auch mit Spitzenvertretern aus dem Maschinenbau – wertvolle Impulse für verschiedene Branchen mit.

6. Staatliche Förderung und Abbau bürokratischer Hürden

Viele der KMU sind sich der Bedeutung von Innovationen als wichtigen Wettbewerbsvorteil bewusst. Oft mangelt es jedoch an den nötigen Ressourcen. Zum Teil fehlen Informationen über staatliche Förderungen oder der Zugang zu Universitäten und Forschungseinrichtungen. Hier gilt es vor allem auf politischer Ebene die Hürden zu senken. Mit verschiedenen Programmen auf Landes, Bundes- und Europaebene stellt die Bundesregierung diverse Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Das Gesamtvolumen soll bis 2017 um 320 Mio. Euro gesteigert werden. Die Bundesregierung berät kostenfrei über branchenbezogene Förderaktivitäten für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben unter foerderinfo.bund.de.

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Frank Panser

Als leidenschaftlicher Growth Hacker beschäftige ich mich bei TecArt mit den unzähligen Möglichkeiten die Bedürfnisse unserer Zielgruppe zu identifizieren und für unsere Kunden nutzbar zu machen. Dabei habe ich nur ein Ziel: Die Antwort schon vor der Frage zu kennen.

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